28.03.2011
Ing. Mag. Friedrich Krumböck

Vernetzte Autarkie

Als „überzeugter Verfechter Erneuerbarer Energien“ bezeichnet sich Ing. Mag. Friedrich Krumböck selbst.

Er ist aber nicht nur das, als Vordenker und Querdenker gelingt es ihm wie kaum einem anderen in unserer Branche die Welt in ihrer Gesamtheit zu begreifen und daraus schlüssige Lebenskonzepte zu entwickeln. Lebenskonzepte, die ganz vorrangig auf dem sorgsamen Umgang mit Energien basieren.

Friedrich Krumböck sieht es als Verpflichtung Energien – und dabei schließt er die menschlichen Energien ganz bewusst ein – so geflissentlich und sparsam wie möglich einzusetzen. Das beginnt beim täglichen Einkauf und endet bei der Nutzung von fossilen wie alternativen Energieträgern. „Ist es wirklich notwenig Äpfel aus Chile zu kaufen, im Dezember Erdbeeren aus Zypern zu essen? Was kaufe ich ein, wo kaufe ich ein? Muss ich mit dem Auto zum Diskonter an die Peripherie fahren oder kaufe ich lieber gleich um die Ecke ein? Ich denke, man sollte sich der Gegend anpassen, in der man lebt, deren Ressourcen – sparsam – nutzen. Es ist mir ein großes Anliegen das Bewusstsein und das Verständnis für die eigene Region zu wecken, es in die Menschen hineinzutragen!“


Ing. Mag. Friedrich Krumböck

Bild: Krumböck

 

Für Mag. Krumböck ist der Umstieg auf Erneuerbare Energien keine Option, sondern unabdingbare Notwendigkeit und Verpflichtung. „Die fossilen Energien gehen zu Ende, das steht für alle jene, die sich mit diesem Thema befassen, ganz außer Frage. Es wäre heute – technisch gesehen – so einfach andere Energieträger zu nutzen. Jede Umstellung, jede Neuerung verursacht aber beim Menschen zunächst Unsicherheit, bei vielen damit Ablehnung. Der Umstieg ist also weder ein technisches, noch ein monetäres, sondern ganz vorrangig ein psychologisches Problem, das sich aber durch entsprechende Information und Wissen um die neuen Techniken lösen lässt.

Konkrete Taten setzen

Krumböck ist aber nicht nur ein Mann der – beeindruckenden und überzeugenden – Ideen und Worte, sondern in gleichem Maße ein Mann der konkreten Taten. „Mir geht es nicht um hypothetische Abhandlungen. Ich versuche in meinem Umfeld – privat wie auch arbeitsbezogen – ganz konkrete Schritte zu setzen, Lösungen zu entwickeln, die dazu beitragen, die Idee der Energieautarkie Realität werden zu lassen.“ Einer der Schlüssel dazu ist die Ausbildung der Planer.

„Wir brauchen entsprechende Fachleute, die die alternativen Techniken planen, implementieren – Erneuerbare Energie in der Praxis einsetzen, damit konkrete Beispiele setzen, die man sehen, wenn sie so wollen, angreifen kann!“ Als einer der Hauptinitiatoren des neuen Lehrgangs zum Energiecoach hat er eine wichtige Basis für die Planer geschaffen. „Der Umstieg auf Erneuerbare Energie wird und – kann auch nicht von oben verordnet werden. Der Druck muss von unten kommen. Den Planern in ihrer beratenden und ausführenden Rolle kommt daher eine ganz bedeutende Position zu. Der Lehrgang bietet eine fundierte und umfassende Ausbildung zum Thema Erneuerbare Energie. Er ist wichtiges Mittel zum Zweck – zum bewussten Umstieg.“

Die vernetzte Energieautarkie

„Autarkie ist ein ganz wichtiger Punkt. Es wäre natürlich ideal nur soviel Energie zu verbrauchen,
wie man auch selbst erzeugen kann. Das funktioniert aber nicht einmal am Papier. In manchen Gebieten Österreichs wird es aus zum Beispiel geografischen oder strukturellen Gründen einfach nicht möglich sein, genügend Energie zu produzieren. Ich spreche daher von der vernetzten Autarkie. Es geht dabei um den Ausbau der erneuerbaren Energien, wo es möglich ist und das bestehende Energienetz zu nutzen – der Energiemix muss stimmen. Im Falle der Wasserkraft hieße das zum Beispiel der Ausbau der dezentralen Produktion von Energie.

Statt weniger großer Wasserkraftwerke würde der Strom aus vielen kleinen Kraftwerken in das Netz eingespeist. Aus anderen Gebieten käme die Windenergie, aus wieder einer anderen Energie aus Biomasse etc. Aber natürlich richtet sich mein Fokus darauf Energie dort zu produzieren, wo sie auch gebraucht wird. Ein Autohaus könnte zum Beispiel die für die Beleuchtung benötigte Energie ohne Weiteres durch eine Solaranlage am Dach produzieren. Es liegt nicht zuletzt an den Planern seriöse Berechnungen vorzulegen, Armortisierungszeiten, Lebenszykluskosten aufzuzeigen.“

Umstieg in sicheren Zeiten

„Der Umstieg auf Erneuerbare Energien braucht seine Zeit, die Vorbereitungen sollten in sicheren Zeiten passieren, nicht erst, wenn die Krise schon da ist,“ wünscht sich Mag. Krumböck. „Vor knapp eineinhalb Jahren wurde von Gallup eine Umfrage zum Thema Energie durchgeführt, die ich auszugsweise im Rahmen des Ersten Österreichischen Energieautarkie-Kongresses präsentieren werde. Dabei hat sich gezeigt, dass die absolut überwiegende Mehrheit der Österreicher die Energieabhängigkeit vom Ausland bemängelt, für eine totale Unabhängigkeit von ausländischen Energielieferanten plädiert. Die Mehrheit befürchtet das weitere Steigen des Ölpreises und: Weit mehr als die Hälfte aller Befragten ist davon überzeugt, dass Österreich eine Energiekrise gut bewältigen könnte, würden alle erneuerbaren Energieressourcen genutzt.“ Das Umdenken hat also schon begonnen, gilt es nun – von jedem von uns – konkrete Schritte zu setzen.

 

 

www.krumboeck.co.at

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