31.03.2009
YIT Austria

In einer starken Flotte durch turbulente Zeiten

Ende letzten Jahres wurde die Sparte Gebäudetechnik der MCE an die finnische YIT verkauft. Für Dr. Christian Neufeld war der Deal ein logischer Schritt, der zur Sicherung und erfolgreichen Weiterentwicklung des heimischen Standortes nachhaltig beitragen wird.

Der Kauf durch die YIT war für mich persönlich bereits die achte Akquisition, die ich in verschiedenen Unternehmen mitgestaltet habe. Sechsmal war ich auf der Käuferseite, zweimal auf der Seite des Akquisitionsobjektes. Der Eigentümerwechsel der Sparte Gebäudetechnik der MCE durch YIT war sicherlich einer der professionellsten und am besten durchgeführtesten in meiner Karriere“, so Dr. Neufeld. Und weiter: „Der Verkauf war nur ein logischer Schritt. Die Entwicklung der MCE ging in eine andere Richtung, daher hatten wir nur beschränkte Entwicklungsmöglichkeiten. Die Gebäudetechnik ist hingegen das Kerngeschäft von YIT, es ist ein gutes Gefühl jetzt zu einer großen Flotte zu gehören. Der Bereich Building & Industrial Services ist für mehr als die Hälfte des Umsatzes von YIT verantwortlich, dementsprechend hoch ist der Stellenwert dieser Sparte in der Gruppe.“
Die YIT steigt mit dem Kauf gezielt in Mitteleuropa ein, dem größten Markt für Anlagenbau. Die Kraft der starken Gruppe „Wir haben uns in der YIT vom ersten Moment an willkommen gefühlt. Der Grund dafür liegt in der Unternehmenskultur. Alle Entscheidungen werden rasch und klar getroffen, es gibt keine un-nötigen Hierarchien und Bürokratien, das erleichtert unsere interne Arbeit, kommt aber auch unseren Kunden zu gute“, erklärt der österreichische Geschäftsführer. Wichtig für die heimischen Kunden sei außerdem die unbestrittene Finanzkraft der international agierenden YIT, betont er. Ein Faktor, der gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten weiter an Bedeutung gewinnt. Und dass es in nächster Zukunft nicht einfach wird, davon geht auch Dr. Neufeld aus. „2009 und 2010 werden spannende Jahre. Die jüngere Vergangenheit war geprägt von einem sehr hohen Auftragstand, der durch unsere personellen Ressourcen beschränkt war. Es war fast nicht möglich qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Diese Situation hat sich in den letzten drei Monaten gravierend geändert, gut ausgebildete Fachkräfte sind jetzt am Markt verfügbar.“
Konkrete Auswirkungen der globalen Finanzkrise kann Dr. Neufeld für die YIT Austria aber – noch – keine erkennen. „Die Finanzkrise hat einige unserer Kunden erreicht, die aktuell ihr Investitions- und Vergabeverhalten verändern, in unserem Unternehmen schlägt sie sich derzeit noch nicht nieder. Ich gehe aber davon aus, dass es in der zweiten Hälfte Jahres 2009 für unsere Branche zu spürbaren Auswirkungen kommt. Derzeit ist unsere Auftragslage gut, der eine oder andere Auftrag verzögert sich.“


Dr. Christian Neufeld im Gespräch mit TGA Chefredakteurin Barbara Fürst-Jaklitsch

 

 

Starke Marktpositionierung


Für Dr. Neufeld ist klar, dass die Ergebnisse des Vorjahres heuer deutlich schwieriger wiederholt werden können. „Das Vorjahr war ein absolutes Ausnahmejahr. Uns ist allen klar, dass es heuer nicht einfach wird. Es ist noch nicht erkennbar wohin sich die Wirtschaft entwickelt, ob der gravierende Einbruch kommt, oder sich nur auf eine längere aber flachere Marktstagnation beschränkt. Sollte es so sein, dann rechne ich allerdings mit einem sehr raschen Einbruch“, meint Christian Neufeld.  Trotz aller Unsicherheiten zeigt er sich aber durchwegs optimistisch: „Unser großer Vorteil ist, dass wir breitest möglich aufgestellt sind, wir sind nahe am Kunden mit unseren österreichweiten Niederlassungen, wir haben öffentliche und private Auftraggeber aus den unterschiedlichsten Branchen. Und es ist abzuwarten wie rasch das Konjunkturpaket greift.“ Das Angebotsspektrum der YIT umfasst die Bereiche Mechanische Gebäudetechnik, Service & Dienstleistungen für Gebäudetechnik und Elektrotechnischer Anlagenbau für Gebäude, Elektrotechnik und Infrastruktur und Facility Management.

Know-how vor Ort

Die YIT Austria legt ihren Fokus klar auf komplexe, technisch hochwertige Gebäudeausrüstung und Anlagen. Die Aktivitäten sind auf den österreichischen Markt ausgelegt. Denn YIT verfolgt eine klare Länderstrategie. Die Exportaktivitäten wurden bewusst zurückgenommen. Dr. Neufeld dazu: „Unser Geschäft ist sehr Personen bezogen, man braucht die Manpower und das Know-how direkt vor Ort – gerade wenn es wirtschaftlich schwieriger wird. Wir haben keinen Katalog aus dem man Standardlösungen bestellen kann. Wir versuchen für unsere Kunden optimale Lösungen für die individuellen Anforderungen zu entwickeln. Das heißt wir beraten, verstehen und entwickeln dann ein Rund-um-Service-Paket.“ Um diese Ansprüche zu erfüllen bedarf es nicht nur der technischen sondern auch einer starken sozialen Kompetenz der Mitarbeiter von YIT. Es geht um Verständnis, Verständnis für die Bedürfnisse der Kunden und Verständnis für die Prozesse der Kunden – auf dieser Basis werden Ideen entwickelt, Anlagen konzipiert. „Der YIT geht es darum, den Kunden bestmöglich zu beraten, dem Kunden ein Höchstmaß an Sicherheit zu bieten.“ Die bereits angesprochene Finanzkraft der Gruppe spielt dabei eine wichtige Rolle.


Dr. Christian Neufeld, GF YIT Austria, und Bernhard Witzeling, Marketingchef YIT Austria

 

 

Den Servicebereich stärken

Einen deutlichen Fokus will Dr. Neufeld künftig auf das Thema Service legen. „Die YIT Gruppe deckt 50 % ihrer Leistungen im Servicebereich ab. Die nordischen Länder sind, was den Servicegedanken betrifft, weiter entwickelt als die mitteleuropäischen Staaten. Für uns sind das wichtige Wachstumsfelder, die klar vom technischen Service bis in den Bereich FM hineinspielen. Unser Leistungsspektrum geht von der Errichtung über Service & Wartung bis hin zum technischen Facility Management.
Es geht dabei um Anlagensicherheit und Anlagenverfügbarkeit und das gesamthafte Zusammenspiel aller Komponenten unserer Systeme. YIT in Österreich ist ein führendes, herstellerunabhängiges Dienstleistungsunternehmen für den gesamten Lebenszyklus von Gebäuden, Anlagen und In-frastruktureinrichtungen – diese Stärke werden wir weiter ausbauen. Nicht zuletzt dank unserer starken Muttergesellschaft – und unserer hervorragenden, engagierten MitarbeiterInnen“, so Dr. Christian Neufeld.

bfj

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