28.03.2011
Mag. Helmut-Dieter Kus

Eine Frage der Ethik

Das Interview mit Helmut-Dieter Kus, Vorstand ÖAG, führte TGA Chefredakteurin Barbara Fürst-Jaklitsch.

Zusammen mit dem Lebensministerium und klima:aktiv hat die ÖAG die Patronanz des Ersten Österreichischen Energieautarkie- Kongresses übernommen. ÖAG Vorstand Helmut-Dieter Kus ist davon überzeugt, dass die Zukunft in Alternativenergien liegt. Der Umstieg ist für ihn ganz vorrangig eine Frage der Ethik, wie er im Interview meinte.

TGA: Herr Mag. Kus, die ÖAG hat zusammen mit dem Lebensministerium und klima:aktiv die Patronanz des Ersten Österreichischen Energieautarkie Kongresses übernommen. Aus welcher Motivation heraus unterstützen Sie gerade diese Veranstaltung?

Helmut-Dieter Kus:
Alternative Energien sind nicht nur eine Frage der technologischen Relevanz, sondern es geht vor allem auch um das Thema Ethik. Daher freuen wir uns die Patronanz für diese wichtige Veranstaltung übernommen zu haben. Österreich braucht einen intensiven Dialog zu diesem Thema und eine starke Lobby. Wenn man die letzten zwölf Monate Revue passieren lässt, dann drängt sich die Frage auf, wann endlich ein Umdenken stattfindet. Denken Sie an Japan oder auch an die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko.


Kus: Nach den jüngsten Ereignissen stellt sich die
Frage ob Atomstrom mit allen Risken tatsächlich
für uns so günstig ist

Bild: tga

 


TGA: Welche Erwartungen haben Sie an den Ersten Österreichischen Energieautarkie Kongress?

Helmut-Dieter Kus:
Ich hoffe, dass wir eine intensivere Zusammenarbeit der einzelnen Interessensgruppen und Verbände erreichen können und auch, dass das Thema Förderungen auf breiter Ebene konkret diskutiert wird.

TGA: Die ÖAG wird auf dem Kongress einen Referenten stellen. Welches Thema wird dabei im Fokus stehen?

Helmut-Dieter Kus:
Unser Thema lautet „Jeder gegen jeden“. Wir werden die Notwendigkeit einer gemeinsamen Lobby erörtern und interessante Beispiele aus anderen Branchen mitbringen. Das Referat werde ich selbst zu diesem Thema halten.

TGA: Der Untertitel des Kongresses lautet: „Österreichs Weg in die Energieautarkie“, wie könnte dieser Weg aussehen? Und: Welche Zeitspanne wird dieser Prozess Ihrer Ansicht nach umfassen?

Helmut-Dieter Kus:
Die Frage wird sein, wie entschlossen die Politik das Thema Energieautarkie ehrlich unterstützt. Das ist so ähnlich wie mit dem Thema des Rauchens. Jeder weiß, dass es schlecht ist und trotzdem ist die Tabaksteuer eine willkommene Steuereinnahme. Auch die fossilen Energieformen haben eine mächtige Lobby und bieten dem Staat gute Einnahmen. Alternative Energien zählen heute zu den echten Wirtschaftstreibern von den USA bis China. Österreich muss aufpassen diesen Zug nicht zu verschlafen. Wir sind prädestiniert dafür, eine
führende Rolle im internationalen Umfeld einzunehmen. Dazu brauchen wir aber ein breites Wirtschaftsprogramm und nachhaltige Förderungen.


Mag. Helmut-Dieter Kus

Bild: tga

 


TGA: Welche Rolle könnte die ÖAG in diesem Zusammenhang übernehmen?

Helmut-Dieter Kus:
Als Großhändler müssen wir uns darüber Gedanken machen, wie die Geschäftsmodelle der Zukunft aussehen werden. Wir investieren derzeit massiv in den Ausbau unserer Heizungs-Kompentenz Zentren, in denen das Thema alternative Energien eine wichtige Rolle spielt.

TGA: Klimaschutz, der verantwortungsvolle Umgang mit Energien, der Umstieg auf Erneuerbare Energien sind ohne entsprechende Sensibilisierung der Bevölkerung nicht realisierbar. Die TGA-Branche ist in diesem Zusammenhang besonders gefordert. Gibt es von Ihrer Seite spezielle Angebote an Ihre Partner um die nötige Bewusstseinsänderung mit zu initiieren?

Helmut-Dieter Kus:
Wir werden das Thema alternative Energien sehr breit diskutieren. Wie Sie wissen, feiert die ÖAG heuer das 140-jährige Jubiläum … eine ideale Gelegenheit … mehr möchte ich aber jetzt noch nicht darüber verraten.

TGA: Welche Angebote gibt es von Ihrer Seite um die Kompetenz Ihrer Partner beim Thema Energieautarkie zu stärken?

Helmut-Dieter Kus:
Der Installateur wird zunehmend zum Energietechniker. Wir unterstützen unsere Kunden mit neuen Sortimenten und vor allem mit konkreten Schulungen.

TGA: Der Umstieg auf Erneuerbare Energie ist für Industrie, Gewerbe und auch den Privaten nicht zuletzt eine finanzielle Frage, eine Frage der entsprechenden Förderungen. Welche Maßnahmen erscheinen für Sie in diesem Zusammenhang Erfolg versprechend?

Helmut-Dieter Kus:
Es ist auch eine finanzielle Frage, aber vor allem eine Frage der Ethik. Das wird auch Thema unseres Vortrages werden. Nach den jüngsten Ereignissen stellt sich die Frage, ob Atomstrom mit allen Risken und potenziellen Folgekosten tatsächlich für uns so günstig ist. Wir sollten aufhören, eindimensional zu denken und uns selbst dabei etwas vorzu machen. Arbeiten wir gemeinsam an einer besseren Zukunft! Alternative Energien sind ohne Frage die Zukunft!

www.oeag-ag.com

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