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25.03.2011
Mag. Wolfgang Lusak

Die Macht der Lobby

Mag. Wolfgang Lusak fungiert beim Ersten Österreichischen Energieautarkie-Kongress als Lobby-Coach und Moderator.

Im Interview mit TGA Chefredakteurin Barbara Fürst-Jaklitsch erklärt er, warum ihm dieses Thema ein persönlich ganz besonderes Anliegen ist und was er als Lobby-Coach zum Weg Österreichs in die Energieautarkie beitragen kann.

Meine Arbeit als Lobby-Coach hat sich, wenn Sie so wollen, aus meinen Tätigkeiten als Unternehmens- und Marketingberater der letzten 20 Jahre ergeben. Mit dem Thema Energieautarkie beschäftige ich mich seit vier Jahren ganz intensiv und konkret. Damals wurde ich beauftragt die Ingenieurbüros in Niederösterreich im Zusammenhang mit dem Thema Energieautarkie zu coachen. Es ging darum die wirklich zukunftweisenden Angebote marketingmäßig aufzubereiten. Ich habe dabei gemerkt, dass es nicht genügt klassisches Marketing zu betreiben. Ich habe erkannt, dass Lobbying das Um und Auf ist. Lobbying ist die Königsdisziplin des Marketing, der Fokus muss darauf gelegt werden!“

Was versteht Mag.Lusak nun konkret unter „Lobbying“: „Lobbying bedeutet natürlich andocken, netzwerken. Das ist aber nur die halbe Miete. Entscheidend ist es eigene Lobbys aufzubauen – in unserem Fall eine Lobby, die sich um die Energieautarkie scharrt, deren Interessen bündelt und klar formuliert, Kontakte knüpft und vertieft, einen Umdenkprozess initiiert - Ziele vorgibt. Als Lobbycoach geht es darum dem Aufbau dieser Lobby mit meinem Know-how zu unterstützen und zu begleiten.“

Eine starke Lobby für die Branche

„Wir leben in einer Zeit der Lobbykratie, die in eine neue Form der Demokratie einleitet“, ist Lusak überzeugt. Und weiter: „Alte Seilschaften schwächeln, große Parteien verlieren an Bedeutung und Einfluss. Die Machtzentren liegen heute in Kapitalkonzernen und in den Weltbanken. Dazwischen stehen Sozialpolitiker, die sich nach großen Lobbys, wie zum Beispiel Pensionisten richten und dabei aufgerieben werden.“


Mag. Wolfgang Lusak 

Bild: Lusak Consulting

 


Eine starke Energieautarkie-Lobby ist das klar formulierte Ziel von Wolfgang Lusak. Der TGAKongress kann dazu Wichtiges beitragen, ist er überzeugt. „Ich wünsche mir für den Kongress, dass eine möglichst große Breite an Brancheninstitutionen und Unternehmen teilnimmt, denen Energieautarkie ein echtes Anliegen ist. Die Bewegung muss eine größere Kraft und Dynamik bekommen um sich letztendlich auch in der Politik durchsetzen zu können. Es geht darum die krassen Benachteiligungen gegenüber Großenergiekonzernen abzubauen. Wobei ich bei den Großen in der Zwischenzeit eine gewisse Bereitschaft erkenne, sich mit erneuerbaren Energie zu beschäftigen. Das darf aber nicht halbherzig passieren! Ich sehe den Kongress als Schulterschluss aller Wohlwollender!“

Trends, die den Weg weisen

Für Mag. Lusak ist klar: es gibt keine Alternative zur Energieautarkie. Es erkennt verschiedene Trends, die den Weg weisen: „Das ist erstens der Trend zu Natur- und Umweltschutz: Wir müssen begreifen, dass wir nur eine Welt haben, die wir dementsprechend schützen müssen. Zweitens die Nachhaltigkeit: Es geht darum darauf zu achten Produkte zu verwenden, die In Eintracht mit der Natur erzeugt und auch entsorgt werden.“ Trend Nummer drei ist das „neue Bauen“.

„Niedrigenergiehäuser, Passivhäuser sind die Zukunft. Ökologisch notwendige Baulichkeit muss nun mit der entsprechenden neuen Ästhetik in Verbindung gebracht werden. Architekten und Planer haben dabei eine Schlüsselrolle, sie könnten sich an die Spitze der Bewegung stellen! Und ich hoffe, dass möglichst viele zum Kongress kommen werden.“ Als Punkt vier nennt Lusak „den Trend zur Weiblichkeit“. „Frauen wissen generell früher was ihnen, ihren Familien – generell den Menschen - gut tut. Ich spreche da von dem sogenannten Miteinandermoment, das Frauen verinnerlicht haben. Es geht darum das weibliche Denken endlich in die Welt einzubringen. Es hat sich – auch in der westlichen Welt – noch nicht durchgesetzt. Ich bin überzeugt davon, dass es ein wichtiges Umdenken in der Politik initiieren würde!“

Privilegien abbauen

Der Weg zur Energieautarkie muss heute beginnen, davon ist Mag. Lusak überzeugt. „Hermann Scheer hat gemeint, Österreich könnte in drei bis fünf Jahren energieautark sein. Ich wäre schon zufrieden, wenn es gelänge in rund 10 Jahren zumindest zu 50 % energieautark zu sein.“ Mit Unterstützung von politischer Seite rechnet er nur bedingt. „Die europäischen Politiker schielen in die Nachbarstaaten, erwarten, dass diese die formulierten Ziele nicht erreichen, um es dann selbst nicht tun zu müssen!“

Dabei wären die ersten Schritte sehr einfach und rasch umgesetzt. „Zu allererst müssen alle Benachteiligungen der Erneuerbaren, die systemimmanent sind, beseitigt werden. Direktförderungen sind gut und schön, die Abschaffung der Privilegien wäre aber viel wichtiger!“ Die Förderung von Ölheizungen, den Bau der Nabucco-Leitung und den Bau neuer Atomkraftwerke betrachtet er dabei wie einen Schlag ins Gesicht. Zur Energiepolitik meint er: „Es geht mir nicht darum die Welt auf den Kopf, sondern vielmehr wieder auf feste Beine zu stellen!“

 

www.lusak.at

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