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17.01.2011
Landesinnung Wien
ÖNORM H5195-1 - Installateure gingen ihr auf den GrundWiener Installateure nutzten die Chance, sich zum Thema Heizungswasseraufbereitung zu informieren. Über ein Dutzend Betriebe folgten der Einladung von Mag. Alexander Schrötter, GF der Landesinnung Wien und BIM Ing. Michael Mattes am 18./19.11.2010 in der WKO-Wien. Die Agenda des 2-Tage-Profiseminars mit abschließender Erfolgskontrolle und Zertifikat traf voll den Nerv der ausführenden Fachbetriebe. Fachwissen aus der Praxis für die Praxis, anstatt erschlagendes Chemiker-Latein, stand auf dem Plan. Vom Grundlagenwissen Wasser, über Anforderungen der Industrie, das praktische Vorgehen bei Neu- und Altanlagen, bis hin zum breiten Marktangebot an Verfahren und Lösungen – Mike Hannemann ging auf alle Fragen ein. Der bekannte Experte auf dem Gebiet Heizungswasser und Inhaber der Hannemann Wassertechnik aus Bayern, nahm kein Blatt vor den Mund, sondern lud die Teilnehmer ständig zum angeregten Dialog ein. Die Teilnehmer brachten Heizungswasserproben mit, die in Gruppenarbeit analysiert und beurteilt wurden. Anhand der gültigen Normen und Richtlinien, in denen der Stand der Technik beschrieben ist, wurden Punkt für Punkt Praxisbeispiele durchgespielt. Das Filtern des Heizungswassers mit 25 µm Feinheit war eines der Beispiele aus der ÖNORM, welches die Teilnehmer nicht richtig verstanden. Warum soll das Füllwasser der Heizung bitte feiner gefiltert werden als unser Trinkwasser? Die Auflösung regte zum Schmunzeln an, denn wenn die Heizung mit kalkfreiem Wasser befüllt wird, kommen in der Regel mobile Enthärtungsanlagen (Ionenaustauscher) zum Einsatz. Das Harz in diesen Enthärtungsanlagen ist so fein, dass es mit einem 10 µm-Filter vergleichbar ist. Sofern das Rohwasser unsauber ist, macht ein Filter dann eher zum Schutz der Enthärtungsanlage Sinn. Trinkwasser sollte laut Trinkwasser-Verordnung ohnehin klar, geruchlos und frei von Trüb- und Schwebestoffen sein. Ebenso beim Thema Ammonium, welches im Trinkwasser auch nicht vorkommen darf. Wie es dann über das Füllwasser in die Heizungsanlage kommen soll? Eine interessante Frage, so Hannemann in seinen Ausführungen. Zumindest scheinen sich Bakterien in der Heizung als Verkaufsverstärker gut zu eignen. Es ist jedoch wenig hilfreich bzw. seriös, pauschal damit für eine Sanierung zu argumentieren.
In den Pausen nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit zum regen Erfahrungsaustausch. Der letzte Teil der Veranstaltung gehörte den Zahlen, Daten, Fakten, dem persönlichen Nutzen und der erfolgreichen Umsetzung in der täglichen Praxis. Rollenspielähnlich wurden Kundengespräche durchgespielt und Argumentationen gefestigt. Den Gipfel der Begeisterung erreichten die Teilnehmer bei den leidenschaftlichen Ausführungen von Verkaufs- und Marketingstrategien für Installateure, die Hannemann unnachahmlich zum Besten gab.
Auslöser für die Initiative der Landesinnung Wien war der Unmut über die in 2010 überarbeitete ÖNORM H5195-1 zum wasserseitigen Schutz der Heizungsanlagen gegen Kesselstein und Korrosion. In der aktuellen Fassung bleibt mehr und mehr die Praxisnähe auf der Strecke. „Wir sind doch keine Chemiker, unsere Betriebe brauchen klar verständliche und praxistaugliche Standards. Wenn die ÖNORM H5195-1 hier mehr Fragen als praktische Lösungswege bietet, müssen wir als Innung eben selbst für einen Praxis-Standard sorgen, um bei unseren Kunden die Kompetenz zu wahren“, bekundet BIM Michael Mattes seinen Unmut.
www.wienerinstallateure.at
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