29.02.2016
VÖK

Interesse an individueller Heizung gestiegen

Wovon viele Stromkunden träumen ist im Wärmebereich längst Realität: Die weitgehend autonome Produktion von Wärme und Warmwasser und punktgenau dann, wann Bedarf besteht. Der Überschuss wird gespeichert – alles mit lange erprobten und ständig optimierten Technologien.

Dies ist eine der Erklärungen für das erfreuliche Jahr 2015 auf das die Heizungsbranche zurückblicken kann. Es konnten über 100.000 Raumheizgeräte verkauft werden. Damit haben sich die Bürger des Landes klar für die Modernisierung bestehender Anlagen und für eine eigene Heizung entschieden und der Fremdbeheizung eine klare Abfuhr erteilt. „Um die Anlagen in Österreich auf den Stand der Technik zu bringen – das heißt diese nach 20 Jahren zu ersetzen – müssten wir aber rund 150.000 Stück im Jahr installieren“ erklärt Ing. Christian Rubin als Vorsitzender der VÖK.

 

Ing. Christian Rubin, Vorsitzender der Vereinigung Österreichischer Kessellieferanten
Bild: Messe Wels
 

 

Um das zu realisieren bedarf es aber klarer und einfacher Anreize: Handwerkerrechnungen müssen wie in Deutschland steuerlich absetzbar werden. Nur dann werden die Bürger gerne und freiwillig Rechnungen sammeln und über die Steuerrückvergütungen zudem erfreut sein. Die positiven Effekte für Wirtschaft, Umwelt und Beschäftigung sollten auch für den Fiskus positiv sein und Rechnungskontrollen vor Geschäftslokalen entbehrlich machen.

 

Dr. Elisabeth Berger, Geschäftsführerin Vereinigung Österreichischer Kessellieferanten
Bild: Messe Wels
 

 

Der niedrige Ölpreis hat Besitzer von Ölheizungen veranlasst sich von ihren antiquierten Anlagen zu trennen und auf moderne Brennwerttechnik zu setzen – dies schlägt sich in rund 5.700 verkauften Stück nieder – ein Plus von 9 %. Mit Inkrafttreten der Ökodesignrichtlinie sind manche Gasgeräte nur noch bedingt einsetzbar, andere dürfen nicht mehr produziert werden, weil sie die vorgeschriebene Mindesteffizienz nicht erreichen. Das hat wohl manche Kunden veranlasst einen persönlichen Vorrat anzulegen und erklärt den Zuwachs von über 40 %.

Beachtlich ist aber, dass auch Gasbrennwertgeräte mit rund 25 % eindrucksvolle Zuwächse zu verzeichnen haben. Die Informationskampagnen der Gasversorger im Zuge des Energieeffizienzgesetz haben Kunden sichtlich bewogen durch Umrüstung auf Brennwert Effizienzmaßnahmen zu setzen. Mit insgesamt 61.100 verkauften Geräten – das ist ein Plus von 31 % – sind Gasgeräte damit mit Abstand meistverkauften Heizsysteme.

Trotz des Ölpreisverfalls konnte sich die Biomasse behaupten und in manchen Segmenten sogar leichte Zugewinne verbuchen. Mit 12.800 verkauften Anlagen ist ein leichtes Minus von 6 % zu verzeichnen. Der Energiepreis scheint auch für Wärmepumpen nicht mehr der entscheidende Anschaffungsgrund zu sein. Der Anstieg von fast 10 % bei Heizungswärmepumpen auf 17.500 Stück spiegelt den niedrigen Strompreis nur teilweise wieder. Rückläufig ist weiterhin die Solarthermie mit rund 10 % gegenüber dem Vorjahr wurden aber immer noch beachtliche 140.000 m² installiert.

www.heizungs.org